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Bücher sind meine Handtücher

Heute mal wieder ein bisschen Anleitung, als gäbe es nicht genug für die Büchertäschchen im Internet. 😉 Aber alles heute hübsch bebildert.

Man nehme:

  • Ein altes Buch mit hübschen Einband (Guckt bitte nach, dass ihr keine Erstausgabe oder so zerstört, mir würde doch sehr das Herz bluten)
  • Mod Podge
  • Pinsel
  • Buntes Papier
  • Cutter
  • Evt. Verzierungen, Verschluss, Lederreste…

Das Büchlein meiner Wahl, habe ich ja schon letzte Woche vorgestellt. Der erste Schritt nach ein wenig Recherche zum Hintergrund des Werkes, war es die Seiten von Außen zusammen zu kleben. Das hat den Vorteil, das beim schneiden einem nicht die Seiten ständig wegrutschen. Ich habe dafür drei Schichten Mod Podge aufgepinselt und über Nacht trocknen lassen. Achtet darauf, dass der Buchdeckel nicht mitfestklebt.

Joa, am nächsten Tag schön mit Bleistift einen Rand markieren auf der obersten Seite und dann die Seiten mit dem Cutter rausschneiden. Das hat bei mir eine Weile gedauert, aber mein Cutter ist auch ziemlich billig.

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Schon ne kleine Tarnbox.

Die Ränder sind hier noch ziemlich ausgefranst. Ein bisschen nach begradigen kann man, aber der Rest verschwindet zum Glück später unter dem Futter. Auch hier nochmal eine schön großzügige Schicht Mod Podge draufpinseln, dann sollte es sich schon beinhae wie Holz anfühlen und sich nix mehr bewegen.

Für das Futter habe ich mir das kitschigste Papier meiner Sammlung rausgesucht. Viele Bastler im Netz benutzen Stoff, aber irgendwie wollte ich bei Papier bleiben.

Dieses Papier würde ich nie für die Außenseite von irgendwas einsetzen. Also das perfekte Futter.
Dieses Papier würde ich nie für die Außenseite von irgendwas einsetzen. Also das perfekte Futter.

Zum Einsetzen messt die Innenmaße der Box aus, und schneidet ein entsprechendes Stück Papier zurecht.

Ich mag kein Pink.
Ich mag kein Pink.

Das Papier entsprechend falten und wieder mit großzügig Mod Podge einkleben. Danach nochmal über der fertige Futter drüberpinseln, zum versiegeln.

Sieht schon ganz gut aus.
Sieht schon ganz gut aus.

Wenn das alles schön trocken ist, kann man sich noch eine Verschluss überlegen. Da gibt es natürlich viele Möglichkeiten und Auswahl an Schließen, Bändern, Knöpfe, etc… Könnt ihr ganz kreativ sein.

Ich habe mich für eines meiner Kompass Ornamente entschieden und einen Lederrest und eine Knopf/Knopfloch-Konstruktion gebaut. Das Leder ist mit Schmuckkleber befestigt, der hält alles. 😉 Den Kompass habe ich mit Draht praktische festgenäht. Unbedingt in dem Fall Löcher vorstanzen im Buchdeckel (zum Beispiel mit einer Reißzwecke) und dem Ornament etwas Raum geben. Leder ist dick.

Fertig! Fast...
Fertig! Fast…

Jetzt kann man noch verzieren und natürlich Tragegriffe dran bauen. Habe ich beides noch nicht geschafft…

Und jetzt ab zur Nordcon! WUPP, WUPP!

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Veröffentlicht in Anleitungen, Nähen

Das erste Tutorial

So, hier dann die versprochene, höchst professionelle Anleitung:

Wenn man nicht gerade einen Tellerock näht (ein Kreis), hat man meist irgendwelche oben begradigte Dreiecke. Aus Verschlussgründen bietet sich eine ungerade Zahl von Teilen an (3, 5, 7, etc.). Dadurch findet sich hinten eine Naht mittig (für Verschlüsse oder ähnliches), aber vorne keine. Ist einfach eine Frage der Ästethik.

Verwendte Materialien für meinen Rock sind:

  • leicht elastischer brauner Nadelstreifenstoff (hab ich in Großmenge im Ausverkauf ergattert, 1,5m sollten aber reichen)
  • Saumband zum Bügeln
  • Knöpfe
  • Lederreste
  • Goldornamente

Mein Rock besteht aus 5 Teilen und der Schnitt rechnet sich wie folgt zusammen:

Bitte etwas gerader auf den Stoff malen, als mein Vorbild hier
Bitte etwas gerader auf den Stoff malen, als mein Vorbild hier
  • A: Umfang gemessen direkt unter der Brust
  • B: Taille
  • C: Hüfte
  • H: Saumumfang

Diese Werte werden für den Schnitt alle durch 5 geteilt (wegen den 5 Schnittteilen).

  • D: Abstand von Unterbrust und Taille
  • E: Abstand Taille und Hüfte
  • F: Länge des Rocks
  • G: Länge des Rocks plus D und E

 

Ich zeichne meine Schnitte so ein bisschen Tannenbaummäßig. Eine senkrechte gerade Linie in der Mitte (Länge G) und dann an den richtigen Stellen die wagerechten Linien, bevor diese dann verbunden werden. Dann grob ausschneiden (Nahtzugaben!) und als Vorbild für die anderen 4 Teile verwenden. Bei einem Teil könnte ihr auch gerne noch etwas großzügigere Nahtzugaben rechts und links dazugeben, das wird dann das Frontpaneel. Bei gemusterteten Stoffe unbedingt auf die Verlaufsrichtung achten.

Das ist bei weitem nicht die genaueste oder profesionellste Art zu arbeiten, aber erspart ein separates Schnittteil erstellen zu müssen und der elastische Stoff verzeiht einem die ein oder andere Ungenauigkeit. Solltet ihr einen unelastischen Stoff verwenden, muss der Schnitt unter Umständen angepasst werden und sehr viel genauer gearbeitet werden.

Nachdem die passenden Stoffstücke ausgeschnitten sind, kann man 4 davon zusammenstecken und nähen. Ganz wichtig, unbedigt einen Zickzackstick bei elastischen Stoffen verwenden, sonst zieht und zerrt er am Ende. Danach gibts das erste anprobieren, indem man das fehlende Stoffpaneel mal versuchweise einsetzt und guckt, ob das alles so passt.

Nun haben wir vorne 4 Kanten, die am Ende Knöpfe und Knopflöcher bekommen. Mein Stoff ist dafür grundsätzlich zu dünn und anständige gerade Kanten, die hübsch aussehen, möchte man am Ende ja eigentlich auch haben. Für dieses Projekt habe ich also das erste Mal Saumband zum bügeln verwendet. Und es ist eindeutig ein neuer bester Freund. Gibt sehr, sehr schöne saubere glatte Kanten. Ich habe es allerdings nicht Nahtfrei verwendet, sondern in dünnere Streifen geschnitten und über die umgebügelten Kanten noch einmal rüber genäht, zur Sicherheit.

Sooo… Jetzt gehts um das ganze einsetzen und wie man das überhaupt machen kann, dass es herausnehmbar bleibt. Hier meine Lösung (gibt bestimmt auch andere Gute):

Ich habe im Bauchbereich des Rockes per Hand Drucknköpfe untergenäht. Im Grunde kann man gleich hier oben mit den Knöpfen beginnen, aber..! Dieser Teil des Rockes wird, in meinem Fall, meist (nicht immer) unter einer Korsage verschwinden. Das ist ein enges Kleidungsstück und hätte ich hier große Knöpfe aufgesetzt gäbe das ganz fiese Druckstellen. Wäre höchst ungemütlich.

Zum Thema Knöpfe aufnähen und Knopflöcher will ich gar nicht so viel sagen, steht eigentlich in jedem Nähmaschinenhandbuch was dazu. Lediglich muss man entscheiden, was in diesem Fall oben und was unten sitzen soll. Also Knöpfe auf die äußeren Rockteile oder das Innere. Erneut eher eine Ästethikfrage. Bei mir sitzen die Knöpfe innen. Setzt man sie außen an, kann man den Mittelteil allerdings nochmal schief hochknöpfen, wenn man möchte, und ein bisschen Unterrock zeigen.

Jetzt noch oben und unten säumen, und eigentlich fertig. 😉 Zu etwaigen Verzierungen sag ich nochmal was, wenn mein Endprodukt überhaupt fertig ist.