Veröffentlicht in Anleitungen, Nähen

Das erste Tutorial

So, hier dann die versprochene, höchst professionelle Anleitung:

Wenn man nicht gerade einen Tellerock näht (ein Kreis), hat man meist irgendwelche oben begradigte Dreiecke. Aus Verschlussgründen bietet sich eine ungerade Zahl von Teilen an (3, 5, 7, etc.). Dadurch findet sich hinten eine Naht mittig (für Verschlüsse oder ähnliches), aber vorne keine. Ist einfach eine Frage der Ästethik.

Verwendte Materialien für meinen Rock sind:

  • leicht elastischer brauner Nadelstreifenstoff (hab ich in Großmenge im Ausverkauf ergattert, 1,5m sollten aber reichen)
  • Saumband zum Bügeln
  • Knöpfe
  • Lederreste
  • Goldornamente

Mein Rock besteht aus 5 Teilen und der Schnitt rechnet sich wie folgt zusammen:

Bitte etwas gerader auf den Stoff malen, als mein Vorbild hier
Bitte etwas gerader auf den Stoff malen, als mein Vorbild hier
  • A: Umfang gemessen direkt unter der Brust
  • B: Taille
  • C: Hüfte
  • H: Saumumfang

Diese Werte werden für den Schnitt alle durch 5 geteilt (wegen den 5 Schnittteilen).

  • D: Abstand von Unterbrust und Taille
  • E: Abstand Taille und Hüfte
  • F: Länge des Rocks
  • G: Länge des Rocks plus D und E

 

Ich zeichne meine Schnitte so ein bisschen Tannenbaummäßig. Eine senkrechte gerade Linie in der Mitte (Länge G) und dann an den richtigen Stellen die wagerechten Linien, bevor diese dann verbunden werden. Dann grob ausschneiden (Nahtzugaben!) und als Vorbild für die anderen 4 Teile verwenden. Bei einem Teil könnte ihr auch gerne noch etwas großzügigere Nahtzugaben rechts und links dazugeben, das wird dann das Frontpaneel. Bei gemusterteten Stoffe unbedingt auf die Verlaufsrichtung achten.

Das ist bei weitem nicht die genaueste oder profesionellste Art zu arbeiten, aber erspart ein separates Schnittteil erstellen zu müssen und der elastische Stoff verzeiht einem die ein oder andere Ungenauigkeit. Solltet ihr einen unelastischen Stoff verwenden, muss der Schnitt unter Umständen angepasst werden und sehr viel genauer gearbeitet werden.

Nachdem die passenden Stoffstücke ausgeschnitten sind, kann man 4 davon zusammenstecken und nähen. Ganz wichtig, unbedigt einen Zickzackstick bei elastischen Stoffen verwenden, sonst zieht und zerrt er am Ende. Danach gibts das erste anprobieren, indem man das fehlende Stoffpaneel mal versuchweise einsetzt und guckt, ob das alles so passt.

Nun haben wir vorne 4 Kanten, die am Ende Knöpfe und Knopflöcher bekommen. Mein Stoff ist dafür grundsätzlich zu dünn und anständige gerade Kanten, die hübsch aussehen, möchte man am Ende ja eigentlich auch haben. Für dieses Projekt habe ich also das erste Mal Saumband zum bügeln verwendet. Und es ist eindeutig ein neuer bester Freund. Gibt sehr, sehr schöne saubere glatte Kanten. Ich habe es allerdings nicht Nahtfrei verwendet, sondern in dünnere Streifen geschnitten und über die umgebügelten Kanten noch einmal rüber genäht, zur Sicherheit.

Sooo… Jetzt gehts um das ganze einsetzen und wie man das überhaupt machen kann, dass es herausnehmbar bleibt. Hier meine Lösung (gibt bestimmt auch andere Gute):

Ich habe im Bauchbereich des Rockes per Hand Drucknköpfe untergenäht. Im Grunde kann man gleich hier oben mit den Knöpfen beginnen, aber..! Dieser Teil des Rockes wird, in meinem Fall, meist (nicht immer) unter einer Korsage verschwinden. Das ist ein enges Kleidungsstück und hätte ich hier große Knöpfe aufgesetzt gäbe das ganz fiese Druckstellen. Wäre höchst ungemütlich.

Zum Thema Knöpfe aufnähen und Knopflöcher will ich gar nicht so viel sagen, steht eigentlich in jedem Nähmaschinenhandbuch was dazu. Lediglich muss man entscheiden, was in diesem Fall oben und was unten sitzen soll. Also Knöpfe auf die äußeren Rockteile oder das Innere. Erneut eher eine Ästethikfrage. Bei mir sitzen die Knöpfe innen. Setzt man sie außen an, kann man den Mittelteil allerdings nochmal schief hochknöpfen, wenn man möchte, und ein bisschen Unterrock zeigen.

Jetzt noch oben und unten säumen, und eigentlich fertig. 😉 Zu etwaigen Verzierungen sag ich nochmal was, wenn mein Endprodukt überhaupt fertig ist.

 

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4 Kommentare zu „Das erste Tutorial

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